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Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg

RU in Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein nehmen alle Schülerinnen und Schüler am Religionsunterricht ihrer jeweiligen Konfession teil, sofern sie sich nicht abgemeldet haben. Schülerinnen und Schüler, die einer anderen Religion angehören oder religionsgemeinschaftlich nicht gebunden sind, sind herzlich eingeladen, am Evangelischen Religionsunterricht teilzunehmen. Wünschen sie dies nicht, erhalten sie ab Klasse 1 den Ersatzunterricht Philosophie. Nach den zurzeit gültigen Stundentafeln ist der Religionsunterricht in der Grundschule und in der Sekundarstufe jeweils 6 Stunden, in der gymnasialen Oberstufe 4 Stunden bzw. durchgängig zweistündig (Prüfungsfach) zu erteilen.

Alle weiteren wichtigen Regelungen zum Religionsunterricht in Schleswig-Holstein finden Sie in Artikel 6 Staatskirchenvertrag von 1957, in § 7 des Schulgesetzes von 2014 sowie im Religionsunterrichtserlass von 2010.

Zurzeit erteilen etwa 2000 Lehrkräfte mit Fakultas das Fach Evangelische Religion. An einer Reihe von Schulen kann das Fach aufgrund fehlender Lehrkräfte nicht ordnungsgemäß nach Kontingentstundentafel erteilt werden. Es ist davon auszugehen, dass insgesamt Lehrkräfte fehlen. Verlässliche Zahlen liegen jedoch nicht vor. An den berufsbildenden Schulen und am Gymnasium ist Evangelische Religion als Mangelfach (verbesserte Chancen für den Eintritt in das Referendariat) eingestuft.

RU in Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern nehmen alle Schülerinnen und Schüler am Religionsunterricht ihrer jeweiligen Konfession teil, sofern sie sich nicht abgemeldet haben. Schülerinnen und Schüler, die einer anderen Religion angehören oder religionsgemeinschaftlich nicht gebunden sind, sind herzlich eingeladen, am Evangelischen Religionsunterricht teilzunehmen. Wünschen sie dies nicht, erhalten sie ab Klasse 1 den Ersatzunterricht Philosophieren mit Kindern / Philosophie. Nach den zurzeit gültigen Stundentafeln ist der Religionsunterricht in der Grundschule und in der Sekundarstufe jeweils 6 Stunden, in der gymnasialen Oberstufe 4 Stunden bzw. durchgängig zweistündig (Prüfungsfach) zu erteilen.

Alle weiteren wichtigen Regelungen zum Religionsunterricht in Mecklenburg-Vorpommern finden Sie im Artikel 6 Staatskirchenvertrag von 1994 sowie in §7 des Schulgesetzes für das Land Mecklenburg-Vorpommern.

Zurzeit erteilen etwa 360 Lehrkräfte mit Fakultas das Fach Evangelische Religion. An einer Reihe von Schulen kann das Fach aufgrund fehlender Lehrkräfte nicht ordnungsgemäß nach Kontingentstundentafel erteilt werden. Es ist davon auszugehen, dass insgesamt Lehrkräfte fehlen. Verlässliche Zahlen liegen jedoch nicht vor. 

RU in Hamburg

In Hamburg ist der Religionsunterricht zugleich bekenntnisorientiert und dialogisch angelegt. Die Schülerinnen und Schüler werden nicht nach Konfessionen oder Religionen getrennt. Sie haben die Chance, unter Beachtung ihrer unterschiedlichen religiösen und weltanschaulichen Orientierungen Fragen ihres Lebens im Klassenverband zu thematisieren und so ihre Dialogfähigkeit zu stärken.
Da sich die Katholische Kirche nach 1945 gegen einen katholischen RU an öffentlichen Schulen in Hamburg entschieden hat, war der evangelische RU der einzige RU, an dem alle Schüler und Schülerinnen teilgenommen haben. Die Nordelbische Kirche reagierte in den 80er Jahren auf diese Situation und die Tatsache, dass Hamburg eine zunehmend multikulturelle und multireligiöse Stadt geworden ist. Sie entwickelte gemeinsam mit der Universität Hamburg das Konzept eines „RU für alle in evangelischer Verantwortung und ökumenischer Weite“ (RUfa) und hat diesen Prozess im Dialog mit verschiedenen Religionsgemeinschaften gestaltet.

Seither werden Rahmenpläne inhaltlich im Gesprächskreis Interreligiöser Religionsunterricht beraten, der Unterricht jedoch ausschließlich von evangelischen Lehrkräften erteilt. Dabei folgt der RU einem Verständnis von Interreligiosität, in dem Kontroversen nicht ausgeblendet werden, in dem aber die Vielfalt der Religionen und Kulturen als Reichtum wahrgenommen wird.
Durch diese Kultur der Zusammenarbeit wird der RUfa von einem breiten Konsens getragen und bis Jahrgangsstufe 6 vom Großteil aller Schülerinnen und Schüler in Hamburg besucht. Ab Jahrgangsstufe 7 können die Schüler und Schülerinnen zwischen Philosophie und Religion wählen.

Die Frage der Verfassungsgemäßheit eines solchen interreligiös geprägten RU wurde zuletzt durch ein Rechtsgutachten aus dem Jahr 2001 kommentiert. Daraus geht hervor, dass, um Verfassungsgemäßheit zu wahren, u.a. deutlich werden muss, dass der RUfa von der Nordelbischen Kirche (heute Nordkirche) verantwortet und in Übereinstimmung mit ihren Grundsätzen erteilt wird. Aufgrund veränderter politischer Rahmenbedingungen (Abschluss von Staatsverträgen mit mehreren muslimischen Verbänden, den Aleviten und der jüdischen Gemeinde, die auch die Erteilung von RU regeln) wird zurzeit an einer Weiterentwicklung des RUfa gearbeitet. Ziel ist es, eine Verantwortungsstruktur für die Inhalte des RU im Rahmen von Artikel 7 Absatz 3 GG zu schaffen, die sowohl alle Religionsgemeinschaften im verfassungsrechtlichen Sinne gleichberechtigt am RU beteiligt, als auch einen gemeinsamen Unterricht von Schülerinnen und Schülern unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit ermöglicht. Dies soll im Rahmen einer fünfjährigen Entwicklungs- und Erprobungsphase geprüft werden.

Neu wird sein, dass der RUfa im Pilotprojekt von Lehrkräften christlicher, jüdischer, alevitischer und islamischer Religion erteilt werden kann. Im Vordergrund steht dabei, Inhalte und Themen aus dem Blickwinkel verschiedener Religionen anzuschauen.